Die Teak-Fibel

Historische Entwicklung des Teakholz-Möbelbaus

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben die Holländischen Kolonialherren die guten Materialeigenschaften von Teakholz gekannt. Teak kann wie kein anderes Holz dem ständigen Wechsel- bad zwischen Nässe, Trockenheit und Salz auf den Meeren trotzen, auch bei extremen Temperaturschwankungen.

Zur damaligen Zeit wurden weite Gebiete der Insel Java für land- wirtschaftliche Zwecke gerodet. Das dabei anfallende Teakholz wurde hauptsächlich als Bauholz & für den Schiffsbau verwendet.

Aufgrund der unübertrefflichen Materialeigenschaften war das Holz sehr begehrt, und aufgrund der Tatsache, dass Teakholz im natürlichen Urwald aufgrund seiner Härte und dem einhergehen- den, langsameren Wachstum nicht sehr häufig war, war es dementsprechend teuer. Dies führte in der Folge dazu, dass man Mitte des 19. Jahrhunderts großflächigere Plantagen anlegte (zur damaligen Zeit dachte man offensichtlich noch wesentlich langfristiger als heute).

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Indonesien unabhängig und die ehemals Holländischen Plantagen wurden dem Indonesischen Forstministerium zur Bewirtschaftung übertragen. Eine eigene Gesellschaft mit dem Namen PERHUTANI wurde gegründet und ist bis heute für den Großteil der Teakplantagen auf der Insel Java verantwortlich. Schlägerungs- und Aufforstungspläne sorgen dafür, dass Indonesien zur Zeit das einzige Land mit substanziellen Beständen von schlägerungsreifem Plantagenteakholz ist, wenn- gleich andere Länder wie Thailand, Vietnam und die Region Mittelamerika rasch aufholen. Länder wie Burma und auch der Afrikanische Kongo verfügen über keine Plantagen, jedoch auch über große Holzvorkommen im natürlichen Regenwald.

Das Javanesische Möbelgewerbe hat eine bereits lange historische Tradition, während man außerhalb Indonesiens Teak wegen seiner außerordentlichen Haltbarkeit und Beständigkeit bis vor ca. 30 Jahren fast ausschließlich im Schiffsbau verwendete. Das Zentrum der Indonesischen Möbelindustrie ist in Zentraljava im Gebiet um Semarang zu finden, die Städte Jogyakarta und Solo sowie Bali wegen der großen Zasl an Touristen holen aber stark auf.

Eine geschichtliche Ausnahme zum vorher Gesagten bildet nur die sogenannte Englische Gartentradition, welche schon im vorigen Jahrhundert formschöne Möbeldesigns aus Teakholz hervorbrachte, die teilweise die lange Zeit bis zum heutigen Tag fast unverändert überstanden haben bzw. Vorbild für jüngere Designs sind.

Erst in den letzten drei Jahrzehnten haben sich Plantagenteak Gartenmöbel auch in Mitteleuropa und Nordamerika etabliert, und der Trend zu formschöneren Designs und höherwertigen Material- kombinationen hat sich in den letzten Jahren noch verstärkt.