Systematische Abholzung der tropischen Regenwälder
Es ist allgemein bekannt, dass schon seit Jahrzehnten die Regen- waldzone unserer Erde abgeholzt wird. Dies hat viele Ursachen, Profitgier ist nur eine davon. Die häufigste und wichtigste Ursache ist der sogenannte "Land- oder Bevölkerungsdruck", hervorgerufen einerseits durch steigende Bevölkerungszahlen in den Entwick- lungsländern, andererseits durch langsam steigenden Wohlstand und damit größerem Flächenverbrauch bzw. Lebensraum.
Ein zweiter, auch sehr wichtiger Grund ist, dass tropische Regen- wälder in der Betrachtung der lokalen Politiker keinen Nutzen bringen, während die Abholzung nicht nur den Erlös aus dem Holzverkauf, sondern auch Flächengewinn für landwirtschaftliche Produktion, z.B. Plantagenbau, und nachfolgend Arbeit und Einkommen für viele Menschen, bedeutet.
In den Westlichen Industriestaaten verbraucht 1/5 der Weltbe- völkerung ca. 4/5 der fossilen Energie und bläst dementsprechend viel CO2 in die Atmosphäre, während 4/5 der Welt zur Zeit mit nur 20% der Energie auskommen müssen. Deshalb besteht seit je her vor allem im Westen der Wunsch, die "Grünen Lungen" unserer Erde zu erhalten (wohl um den uneingeschränkten CO2 Verbrauch der Industriestaaten weiterhin zu ermöglichen).
Jeglicher Ansatz, die betroffenen Staaten für diese Serviceleistung angemessen zu entschädigen ist bis heute kläglich gescheitert. In Anbetracht dessen, dass auch die Industriestaaten zur Zeit der Industriellen Revolution ihre Waldbestände gegenüber dem Stand vor dem 19. Jahrhundert durch Rodung dramatisch reduziert haben, fehlt uns nicht nur jede Legitimation, von den Ländern in der Tropenzone zu verlangen, auf Rodungen zu verzichten, sondern ist es auch unwahrscheinlich, dass diese Länder unseren Wunsch bzw. die Notwendigkeit dafür verstehen bzw. diesem Verhalten aus eigenem Interesse nachkommen.